28.06.17: Projekt Schulgeschichte

Geschrieben von Pressedienst OSB

In der zweiten Vorhabenwoche machten sich Schülerinnen und Schüler der 9. Gymnasialklassen - angeregt durch die 700-Jahrfeier der Stadt Borken - daran, unter der Leitung der Schulleiterin Dr. Christine Sperlich die Geschichte des Schulwesens in Borken zu erforschen.

Als Einstieg diente den Schülern ein Artikel des früheren Schulleiters der Gustav-Heinemann-Schule, Hans Damm, der die „Geschichte der Schulen und Bildungseinrichtungen in Borken“ vom 16. bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts zusammenfasst. Danach ging es auf Spurensuche im Keller der GHS. Dabei fanden sich Klassenbücher von den 1930er Jahren bis heute. Diese wurden dann äußerst intensiv nach verschiedenen Gesichtspunkten untersucht. Dabei kamen u.a. folgende sehr interessante Ergebnisse heraus:

So waren die Schüler sehr erstaunt, dass ihre Vorgänger früher auch am Samstag die Schulbank drücken mussten. Ein heute unvorstellbarer Gedanke!!

Früher wurde das Fehlverhalten von Schülerinnen und Schülern im Klassenbuch vermerkt. Auch das heute im Zeitalter des Datenschutzes nicht mehr denkbar.

Auch geschichtliche Ereignisse ließen sich erkennen, da die Schüler in alten Klassenbüchern nicht nur die Namen mit Geburtsdatum und -ort der Schüler, wie heute üblich, sondern auch den Beruf der Eltern fanden. So wurde deutlich, dass in der Zeit nach dem Kriegsende viele Flüchtlinge in Borken eine neue Heimat fanden und wann die ersten türkischen Mitbürger, damals als „Gastarbeiter“ bezeichnet, sich in Borken ansiedelten. Auch die Folgen der deutschen Einheit ließen sich am Zuzug vieler Schülerinnen und Schüler aus dem Gebiet der ehemaligen DDR erkennen.

Besonders interessiert waren die Schüler bei der Befragung von zwei Zeitzeugen. Der ehemalige Schulleiter Heinz Meier hatte sich bereiterklärt, den Schülern Fragen zur Schulgeschichte in Borken und zur Geschichte der GHS insbesondere zu beantworten. Auch Herr Wolfgang Lorenz aus Borken, der vor 60 Jahren seinen Schulabschluss an der damaligen Haupt- und Realschule gemacht hatte, stand zwei Stunden lang Rede und Antwort. Die Schüler stellten Fragen zu bestimmten historischen Ereignissen der Borkener Schulgeschichte, z.B. zu der 1922/23 im Schulgebäude eingebauten Wasserdampfheizung. Besonders interessierten sie auch die Lebensumstände in der Zeit nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs und dem Wiederbeginn der Schule danach.

Schließlich kam die Idee auf, eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Schule zu machen. Wieder wurden Keller, Lehrerbücherei, Biologiesammlung und andere Schulräume nach brauchbarem Material durchsucht - und es fand sich so einiges. So war es z.B. möglich, die Entwicklung der Schülertische und -stühle von 1920 bis 2017 an Hand von Exponaten aus unterschiedlichen Zeiten darzustellen. Es fanden sich auch noch zahlreiche alte Schulbücher aus verschiedenen Fächern sowie alte pädagogische Fachliteratur. Auch die Entwicklung der Medien im Lauf der Jahrzehnte von der guten alten zusammenrollbaren Karte bis hin zu Laptop und Beamer heute ließ sich an Beispielen nachvollziehen.

Zuerst wurde die Ausstellung im Schulgebäude der GHS für die anderen Schüler aufgebaut, jetzt ist sie Bestandteil der Sonderausstellung „700 Jahre Stadt Borken (Hessen)- Neuigkeiten aus der Stadtgeschichte“ im Hessischen Braunkohle Bergbaumuseum.