23.09.20: DDR-Zeitzeuge zum zweiten Mal an der GHS zu Gast

Geschrieben von Pressedienst OSB

Eigentlich wären die 10. Klassen in der Woche vor den Herbstferien zu ihrer Studienfahrt nach Berlin aufgebrochen. Aufgrund der „Corona“-Bestimmungen musste diese Reise leider abgesagt werden. Umso wichtiger war es, dass Herr Gilbert Furian am 23. September zum zweiten Mal unsere Schule besuchte, um dem Jahrgang 10 von der SED-Diktatur zu berichten.

Anhand seiner eigenen Biographie veranschaulichte Herr Furian wichtige Ereignisse und Entwicklungen in der Geschichte der DDR, zum Beispiel, wie er als Grundschüler den Volksaufstand im Jahr 1953 erlebte. Dabei referierte der Zeitzeuge nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern ließ die Schülerinnen und Schüler stets eigene Schlüsse ziehen. Besonders eindrucksvoll waren seine Erfahrungen mit der Staatssicherheit, die ihn 1985 verhaftete, weil er Bekannten im Westen DDR-kritische Dokumente zukommen lassen wollte. Daraufhin war Herr Furian im Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen sowie in der Strafvollzugsanstalt Cottbus inhaftiert, bevor die BRD ihn freikaufte und er wieder in die DDR entlassen wurde.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, um Herrn Furian zu interviewen. Die zahlreichen Fragen bezogen sich auf Persönliches sowie auf das Leben in der DDR im Allgemeinen; darüber hinaus interessierte sich der Jahrgang für die Beurteilung der DDR aus heutiger Sicht. Alles in allem hat sich die Veranstaltung sowohl für die Zuhörer als auch für Herrn Furian gelohnt, zumal der anschauliche Vortrag ein Stück weit dafür entschädigte, dass die Schülerinnen und Schüler die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (noch) nicht mit eigenen Augen sehen konnten.