09.11.22: Bericht über die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht am 09.11.2022

Geschrieben von Pressedienst OSB

Am Mittwoch, den 09.11.2022 fand die diesjährige Gedenkfeier zur Reichspogromnacht statt. Wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c, durften an diesem Abend an der Gedenkveranstaltung mitwirken. Die Gedenkfeier fing um 18.00 Uhr am jüdischen Friedhof an. Dort begann der Schweigemarsch zum Gedenkstein an der ehemaligen Synagoge, geführt vom Stadtverordnetenvorsteher Michael Weber.

An der ehemaligen Synagoge angekommen, begann Semih Özler mit seiner Ansprache und erzählte den Anwesenden von unserer Unterrichtseinheit und den im Unterricht entstandenen Gedenksteinen. Danach berichtete Francis Weidemann über die vielen Gesetze und Verbote, welche für jüdische Bürgerinnen und Bürgern nach der Machtergreifung 1933 ausgerufen wurden. Sie hatten keine politischen Rechte mehr, durften keine Nichtjuden heiraten. Ab 1938 durften sie keine eigenen Geschäfte mehr besitzen, keine Schulen oder Universitäten besuchen und wurden gezwungen, den Vornamen „Israel“ oder „Sara“ zu tragen. Den Juden wurden ihre Rechte und Freiheiten genommen. Die Diskriminierung der Juden verschlimmerte sich immer mehr und fand ihren Höhepunkt in der Reichspogromnacht vom 09. auf den 10. November 1938.

Während der Reichspogromnacht kam es zu vielen Verbrechen gegenüber Juden. Fast alle Synagogen wurden in Brand gesetzt, ihre Wohnungen und Geschäfte zerstört, sie wurden misshandelt, gedemütigt und viele ermordet. Danielle Sauer erzählte vom schlimmen Schicksal der jüdischen Familie Hugo Blum, das sich in dieser Nacht in Borken ereignete. Sie wurden in jener Nacht Opfer von Misshandlung. Sie wurden bestohlen und ihre Wohnung wurde zerstört. Familie Blum war dazu gezwungen aus Borken zu fliehen. Sie lebten nach den Ereignissen der Reichspogromnacht in Kassel, von wo sie 1941 nach Riga deportiert und anschließend ermordet wurden.

 

Lilly Prüssing gedachte Hugo Blum mit einem der Gedenksteine, die wir zusammen mit den Ethikkursen von Frau Heimel, Frau Hols und dem evangelischen Religionskurs von Frau Gonder, für ihn und die vielen Opfer der Reichspogromnacht angefertigt hatten. Jeder der Anwesenden ging anschließend ebenfalls nach vorn und legte einen Gedenkstein ab.

Der Museumsleiter des Braunkohle Bergbaumuseums, Herr Ingo Sielaff, plant, die mit den Namen der jüdischen Familien aus Borken versehenen Steine im Museum auszustellen.

Im Anschluss berichtete Feya Brassat davon, dass selbst heute noch judenfeindliche Straftaten stattfinden, weshalb Gedenkveranstaltungen wie diese am Mittwoch so wichtig sind, um uns vergangene schreckliche Taten vor Augen zu führen.

Nachdem Feya ihren Teil der Rede beendet hatte, gab es einen kirchlichen Beitrag von Pfarrer Björn Kunstmann, gefolgt von einem Gebet und einer Schweigeminute. Abschließend sprach Bürgermeister Marcél Pritsch. Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Michael Weber legte er einen Kranz vor dem Gedenkstein nieder.

 

Selina Just, 10c