22.11.22: Bundestag, Baustellen, Blue Man Group – Jahrgang 10 in Berlin

Geschrieben von Pressedienst OSB

In der Woche vor den Herbstferien fuhren die 10. Klassen der Gustav-Heinemann-Schule nach Berlin, wo ihnen ein abwechslungsreiches Programm geboten wurde. Auf dem Hinweg unternahm die Reisegruppe zunächst einen Abstecher nach Potsdam, um bei Sonnenschein im Schlosspark von Sanssouci zu spazieren. Das eigentliche Ziel der Reise war dann das Hotel Citylight in Berlin-Gesundbrunnen, dessen Umgebung zwar einen landschaftlichen Kontrast zu Potsdam darstellt; die Schülerinnen und Schüler freuten sich aber über die nahen Einkaufs- und Essensmöglichkeiten, die noch am Abend erkundet wurden.

Am folgenden Tag ging es vor allem darum, sich in Berlin zu orientieren und einige der vielen Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Dazu schickten Frau Becker, Frau Heimel und Herr Seibel ihre Klassen zunächst auf eine Stadtrallye, die vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel und am Holocaust-Mahnmal vorbei zum Potsdamer Platz führte. Dabei trotzten die Jugendlichen, die Lehrkräfte sowie die Schulassistenten Ghada und Olaf, die die Studienfahrt dankenswerterweise begleiteten, dem strömenden Regen und wärmten sich im Anschluss in der Mall of Berlin auf. Von dort ging es mit der U-Bahn weiter zum Alexanderplatz, wo die Gruppe sich mit ihrem Busfahrer Ulli und einer Berliner Reiseleiterin traf: Durch eine Rundfahrt im Reisebus und zahlreiche Anekdoten der Einheimischen lernten die Schülerinnen und Schüler weitere Gegenden und Sehenswürdigkeiten von Berlin kennen, beispielsweise den Gendarmenmarkt, den Ku’damm, das Botschaftsviertel sowie die East Side Gallery, und erfuhren Kurioses aus der Geschichte und dem Alltag der Hauptstadt. Schon jetzt stellte der Jahrgang fest, dass es in Berlin unzählige Baustellen gibt, wobei man die defekten Aufzüge an den Bahnhöfen ärgerlicherweise zu vernachlässigen scheint. Den Dienstagabend verbrachten die Klassen jeweils beim Lasertag oder beim Bowling, um ihren Zusammenhalt zu stärken.

 

Während eine Hälfte des Jahrgangs am Mittwoch in den Bundestag eingeladen war, hatte die andere Hälfte Freizeit, die sie in Kleingruppen zum Shopping, zum Essen oder für einen Besuch bei Madame Tussauds nutzte, wo man „viele Bilder mit prominenten Personen“ machen konnte. Den Berlin Dungeon fanden die Jugendlichen eher lustig als gruselig – trotzdem hätten „die Mädchen alle geschrien“. Die Schülerinnen und Schüler im Reichstagsgebäude hörten indessen einen kurzweiligen Vortrag im Plenarsaal, der über die Arbeitsweise und die Gepflogenheiten des Bundestags informierte. Im Anschluss war ein Gespräch mit dem Abgeordneten Herrn Dr. Franke geplant, der aber leider verhindert war und stattdessen einen Mitarbeiter schickte. Im Anschluss durfte die Gruppe noch die Reichstagskuppel besichtigten und im Besucherrestaurant essen, wo manche Schüler mit der berüchtigten Kratzbürstigkeit der Berliner Gastronomie konfrontiert wurden.

Nachmittags versammelte sich der Jahrgang wieder, um gemeinsam die Gedenkstätte Hohenschönhausen, ein ehemaliges Stasi-Gefängnis, zu besichtigen. Dort fanden zwei Führungen statt, die kaum unterschiedlicher hätten sein können: Ein Historiker erklärte der einen Gruppe sachlich und strukturiert, was es mit den Gebäuden und dem Gelände auf sich hatte. Die Jugendlichen erkannten, dass es „eine echte Quälerei“ und „traumatisierend“ gewesen sein muss, in die Fänge des Ministeriums für Staatssicherheit zu geraten. Dies bestätigte der Zeitzeuge, der die andere Gruppe herumführte und selbst in Hohenschönhausen inhaftiert gewesen war, sehr eindrücklich: Die irritierende Art und der drastische Inhalt seines Vortrags bestürzten die Jugendlichen und sogar die Lehrkräfte derart, dass auch während der Rückfahrt zum Hotel noch lange über diese „krasse“, authentische Zeitzeugen-Begegnung diskutiert wurde.

Noch am Abend dieses langen Mittwochs folgte für viele Schülerinnen und Schüler ein Highlight der Berlinfahrt: Die Show der Blue Man Group bezeichneten sie als „ein blaues Wunder“ und waren begeistert, wie das Publikum in das musikalische und visuelle Erlebnis einbezogen wurde. „Ich dachte, das sind einfach nur Leute, die trommeln. Aber die haben noch viel mehr gemacht…!“

Am Donnerstagvormittag besichtigte man den Fernsehturm, genoss die „super Aussicht“ von oben und staunte über die Größe der Stadt. Anschließend teilte sich der Jahrgang wieder, denn heute waren diejenigen Schülerinnen und Schüler in den Bundestag eingeladen, die am Vortag Freizeit gehabt hatten. Das Gebäude fanden sie „beeindruckend“. Im Plenarsaal fand dieses Mal eine Sitzung statt, in der durchaus „spannend“ und hitzig über die Energieversorgung in Deutschland gestritten wurde, sodass die Jugendlichen live erleben konnten, wie Politik gemacht wird. Die Gastgeberin der Gruppe, die Abgeordnete Frau Dr. Hoffmann, musste noch länger als geplant an der Sitzung teilnehmen, sodass auch sie eine Vertreterin zum Gespräch schickte. Für die Schülerinnen und Schüler lohnte es sich trotzdem, zumal Frau Dr. Hoffmanns Mitarbeiterin sich nach den Anliegen der Jugendlichen erkundigte und am Beispiel des Nahverkehrs im Schwalm-Eder-Kreis veranschaulichte, inwiefern Impulse aus dem Wahlkreis die Arbeit in Berlin beeinflussen. Auch diese Gruppe begab sich zum Abschluss in die Reichstagskuppel und ins Besucherrestaurant. Die andere Hälfte des Jahrgangs vergnügte sich wiederum am Alexanderplatz, bei Madame Tussauds, im Dungeon oder im Gesundbrunnencenter. Einige Schülerinnen und Schüler fühlten sich von der Vielfalt der Möglichkeiten hingegen überfordert und verbrachten die Freizeit lieber im Hotel.

Der letzte Programmpunkt der Studienfahrt und für manche Schülerinnen und Schüler zugleich die „Kirsche auf der Torte“ war der Besuch der Schülerdisco im beliebten Club Matrix an der Warschauer Brücke. Während es den einen hier zu voll, zu laut und zu heiß war, feierten die anderen unter Aufsicht bis Mitternacht und fanden den Abend „echt cool“. Entsprechend schläfrig waren alle Beteiligten, als man sich am nächsten Morgen wieder auf den Weg nach Borken und in die wohlverdienten Herbstferien machte.

Den kommenden Jahrgängen, die ebenfalls nach Berlin fahren, geben die Schülerinnen und Schüler folgende Tipps – nicht zuletzt für das Zusammenleben in einer „Hotel-WG“: „Für das Programm müsst ihr ausgeschlafen sein.“ – „Tragt keine hohen Schuhe (außer im Club).“ – „Nehmt euch im Besucherrestaurant des Bundestags nur ein Dessert!“ – „Überlegt euch im Vorfeld, wie ihr die Freizeit nutzen wollt.“ – „Markiert eure Handtücher, sonst vertauscht ihr sie.“ – „Mach dich auf etwas gefasst, wenn du bei der Blue Man Group ganz außen sitzt.“ – „Lehrer schlafen nie.“ – „Bei der Abreise: Duschgel und Shampoo nicht vergessen!“ – „Kümmert euch rechtzeitig darum, eure Pfandflaschen aus dem Hotelzimmer zu schaffen.“ – „Ein Hoodie ersetzt keine Regenjacke.“