Unser Schüleraustausch mit Méru

Geschrieben von Bernd Hüther

Antworten auf häufig gestellte Fragen


Was bedeutet eigentlich Schüleraustausch ?alt
Im Gegensatz zu einer Klassenfahrt ist dies eine Veranstaltung, die in hohem Maße vom Einsatz der teilnehmenden Schüler und ihrer Familien lebt und auf Gegenseitigkeit beruht. Im Normalfall wohnt der französische Partnerschüler in der Familie seines deutschen Partners und umgekehrt.

 

 

Wieso gibt es einen Schüleraustausch mit der Stadt Méru ?

Die politischen Voraussetzungen hierfür wurden durch den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag geschlossen, der am 22.Januar 1963 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer unterzeichnet wurde. Er sah unter anderem eine Überwindung des „Erbfeinddenkens“ durch persönliche Kontakte zwischen den Bürgern beider Länder vor. Mittel dazu sollten z.B. Städte – und Schulpartnerschaften sein. Im Falle Borkens und Mérus wurden dank persönlicher Initiativen sehr schnell Kontakte geknüpft, die bereits 1964 zur offiziellen Partnerschaft und zum Schüleraustausch führten.

 

 

Wie lange gibt es diesen Schüleraustausch schon ?

Er existiert schon seit 1964 und besteht damit schon genauso lange wie die Städtepartnerschaft Méru-Borken. 2004 ist also in gewisser Weise ein Jubiläumsjahr. Besonders hervorzuheben ist, dass dieser Austausch –bis auf eine Ausnahme in der Anfangszeit- nie unterbrochen wurde und jährlich stattfindet.

 

 

Wo liegt Méru ?

Die 15 000-Einwohner-Stadt Méru liegt ca. 60 km nordwestlich vom Pariser Stadtzentrum und ist verkehrsmäßig (Bahn, Autobahn) gut an die Hauptstadt angebunden. Sie liegt sozusagen am äußersten Rand des Ballungsraums Paris, jedoch in einer ländlichen Umgebung. Sie gehört zur Gegend Picardie, die sich nördlich von Paris bis zum Ärmelkanal erstreckt. Verwaltungstechnisch gehört Méru zum Département Oise (benannt nach dem gleichnamigen Fluss).

 

 

Wie läuft der Schüleraustausch ab?

Der Austausch findet im Zeitraum von März bis Juni eines Jahres, also während der Schulzeit statt. Der Aufenthalt dauert jeweils knapp zwei Wochen, für die die gastgebende Schule ein Programm gestaltet, das die Unterrichtsplanung, Ganztagsveranstaltungen, Besichtigungen und Abendveranstaltungen umfasst (s. auch als Beispiel den nebenstehenden Bericht aus dem Jahr 2000). Darüber hinaus bleibt auch noch Raum für die Eigeninitiative der beteiligten Familien.

 

 

Wie wird der Schüleraustausch vorbereitet ?

Sobald die Teilnehmer auf beiden Seiten feststehen, wird eine Verteilung vorgenommen: Jeder Schüler erhält „seinen“ Partner. Danach sollen möglichst vielfältige Kontakte zwischen den Partnern schon vor dem persönlichen Kennenlernen erfolgen: Briefwechsel, Telefon, E-Mails… Der Französischunterricht des 9. Schuljahrs bereitet den Austausch inhaltlich-methodisch vor.

 

 

Wer kann am Schüleraustausch teilnehmen ?

Im Idealfall befinden sich die teilnehmenden Schüler im 3. Lernjahr Französisch, d.h. in Borken sind dies die Schüler, die in Klasse 9 des Gymnasiums und der Realschule Französisch als zweite Fremdsprache lernen, in Méru die Schüler der Klasse 8 (quatrième). Diese Schüler haben bei der Teilnahme zunächst Vorrang. Aber auch die Schüler, die Französisch als 3.Fremdsprache lernen, können fast immer teilnehmen. Bei ungleichen Teilnehmerfeldern auf beiden Seiten kann es auch vorkommen, dass einzelne Schüler anderer Klassen sich beteiligen können. Überzählige Schüler, die aus dem Teilnehmerfeld keinen Partner erhielten, können fast immer in Gastfamilien untergebracht werden.

 

 

Welchen pädagogischen Sinn hat der Schüleraustausch ?


1. Einbettung in eine lange Tradition deutsch-französischer Partnerschaft

Die Einbettung in die an anderer Stelle erwähnte Städtepartnerschaft Méru-Borken ermöglicht es, dass die Schüler auch nach Beendigung des vierwöchigen Austauschs vielfach Gelegenheit haben werden, mit Méru und seiner Bevölkerung in Kontakt zu treten, beispielsweise durch Teilnahme an Partnerschaftsveranstaltungen auf Vereins- oder kommunaler Ebene.


2. Entstehung einer engen persönlichen Beziehung zu einem/einer französischen Partner/Partnerin

Etwa ein halbes Jahr vor Antritt der Fahrt werden den Schülern französische Partner zugeteilt, so dass die Möglichkeit intensiver Kontakte schon vor dem persönlichen Kennenlernen besteht. Erwünscht ist eine Fortsetzung der persönlichen Beziehung über den Schüleraustausch hinaus, die auch in zahlreichen Fällen und oft über Jahre hinweg erreicht wird.


3. Sprachliche Kompetenz

Der Schüleraustausch bringt einen Motivationsschub für das Erlernen der französischen Sprache, da Sprache hier zur Bewältigung konkreter Lebenssituationen benötigt wird. Die Briefkontakte, eine eigene Unterrichtseinheit zur sprachlichen Vorbereitung auf zu erwartende Alltagssituationen und natürlich der Aufenthalt selbst bringen in diesem Bereich eine deutliche Steigerung der Kompetenz.


4. Stärkung des Faches Französisch

Die Aussicht auf Teilnahme am Schüleraustausch erhöht die Bereitschaft der Schüler das Fach Französisch zu wählen, dem bekanntlich der Ruf vorauseilt, besonders schwierig zu sein.


5. Landeskundliche Kenntnisse

Das zweiwöchige Eingebundensein in das Leben einer Gastfamilie, das Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Heimat und Gastland tragen dazu bei, bestehende Vorurteile und verallgemeinernde Sichtweisen zu revidieren. Das kulturelle Besuchsprogramm lässt historische Aspekte in den Vordergrund rückten:

Die bis in die jüngste Vergangenheit häufig feindlichen Beziehungen zwischen beiden Völkern (Der Krieg von 1870/71, die beiden Weltkriege)aber auch Jeanne d`Arc als Symbolfigur für die Entstehung der französischen Nation. Die Schüler haben die Aufgabe, eine eigene Dokumentation (Mappe) ihrer Reise zu erstellen, die auch den Teilnahmekandidaten für das kommende Schuljahr zur Verfügung gestellt wird.


6. Das französische Schulsystem

Schulorganisation, Unterrichtsablauf, Unterrichtszeiten etc.: Viele Unterschiede fallen den deutschen Schülern beim Besuch eines französischen collège ins Auge. Hospitationen bzw. aktive Teilnahme am Unterricht der verschiedensten Fächer regen zu Vergleichen mit dem eigenen Unterricht an. Gerade vor dem Hintergrund der PISA-Diskussion werden den Schülern Unterschiede in der Unterrichtsgestaltung, der Arbeitsbelastung der Schüler und der Methodik bewusst.

 

 

Was kostet der Schüleraustausch ?

Im Moment zahlt jeder Teilnehmer einen Kostenbeitrag von 105 €. Damit werden die Hin-und Rückreise nach Méru und die Kosten der Fahrten, Veranstaltungen etc. während des Aufenthaltes in Borken bestritten. Die 105 € sind dabei bei weitem nicht kostendeckend: Die Stadt Borken bezuschusst die Veranstaltung in beträchtlichem Umfang, auch für Schüler, die nicht aus Borken stammen. Die auswärtigen Gastfamilien haben gegebenenfalls noch die Schulbusfahrten für ihren Gastschüler zu übernehmen.

 

 

Wo bekomme ich weitere Informationen zum Schüleraustausch ?

Bei dem Leiter des Schüleraustauschs, Herrn OStR B. Hüther (Tel.05682/4495)