23.05.13: Die Republik wurde 64 - Zehntklässler feiern den Verfassungstag

Nahezu jährlich feiern die Zehntklässler der Gustav-Heinemann-Schule Borken den Tag der Verfassung am 23. Mai. Gemeinsam mit ihren Lehrern erinnerten die Schüler an die Ereignisse, die zwischen der Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 und dem 23. Mai 1949 lagen. Ereignisse, die bedeutsam für die Entwicklung der jungen Republik, aber auch für das Weltgeschehen insgesamt waren. Die Mädchen und Jungen hatten in der Vorhabenwoche die Aufgabe, ein Thema aus dem Bereich der Gesellschaftslehre in einer Präsentation darzustellen.

Zu Beginn der Woche waren die eigenen Arbeitsergebnisse in einer Hausarbeit im Umfang von etwa fünf Seiten festzuhalten. Diese Hausarbeit bildete dann die Grundlage für die anschließende Präsentation. Vier Schülerinnen bereiteten mit ihrem GL-Lehrer Studienrat Alexander Simon die Themen „Die deutsche Geschichte von 1945 - 1949“ und „Der Parlamentarische Rat“ vor. Diese beiden Präsentationen waren dann die Grundlage für die Feier am Verfassungstag, dem 23. Mai, für den gesamten Jahrgang 10. Gespannt verfolgten die mehr als 90 Schülerinnen und Schüler die Ausführungen ihrer Mitschüler. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Schulleiter Heinz Meier und den Ausführungen zum Grundgesetz von Rektor Gerhard Faßhauer zu den Grund- und Menschenrechten sowie zur Würde des Menschen kamen Melanie Seitz und Maxime Bax auch gleich auf den Punkt. Von der bedingungslosen Kapitulation, die Einrichtung der Besatzungszonen, dem Sonderstatus Berlins, der Konferenz von Potsdam, den fünf D’s und den Großen Drei, den Ursachen eines Kalten Kriegs, Währungsreform und Trizone und der Installation eines so genannten Parlamentarischen Rates war die Rede. Die Ausführungen wurden durch professionell erstellte Folien in einer Power-Point-Präsentation veranschaulicht. Am Ende war der lange Applaus der Mitschüler verdient – die Mühe hatte sich gelohnt. Sarah Schüssler und Lea Schäfer hatten sich vorgenommen, ihren Mitschülern den Begriff „Der Parlamentarische Rat“ näher zu bringen. Die beiden Mädchen hielten im Ergebnis fest, dass der Ost-West-Konflikt, später auch als Kalter Krieg bezeichnet, eine gemeinsame Deutschlandpolitik der Siegermächte verhinderte. Die Folge war die deutsche Teilung und die Entstehung zweier deutscher Staaten mit ihrer Einbettung in zwei sich feindlich gegenüber stehenden Systemen. Die Installation des Parlamentarischen Rates mit der Aufgabe der Erarbeitung einer Verfassung für einen demokratisch organisierten Staat auf dem Gebiet der Trizone stellten Sarah und Lea geschickt und versiert in Wort und Bild dar. Der Beifall von Lehrern und Schülern zeigte den beiden Gymnasiastinnen, dass sie eine sehr gute Leistung abgerufen hatten. Die anschließend angestimmte Nationalhymne und die Übergabe der Verfassungstexte an die Schülerinnen und Schüler, die im Juni nach sechs Jahren die Gustav-Heinemann-Schule verlassen, bildeten den würdigen Schluss der alljährlichen Geburtstagsfeier, die immer in einem wechselnden Rahmen stattfindet.