13.07.21: Auf Lilli Jahns Spuren - Exkursion der Klasse R 10a in die Gedenkstätte Breitenau

Geschrieben von Ann Christin Lafeld

Als wir uns im GL-Unterricht mit dem Nationalsozialismus beschäftigten, waren die meisten erstaunt darüber, dass es damals auch in Guxhagen – also ganz in der Nähe – ein Konzentrationslager (KZ) gegeben hatte.

Das KZ Breitenau bestand von 1933 bis 1934 und diente den Nationalsozialisten dazu, politische Gegner zu inhaftieren. Ab 1940 nutzten sie die Gebäude als sogenanntes „Arbeitserziehungslager“ (AEL), in das sie Zwangsarbeiter verschleppten. Diese Menschen mussten dort bei unzureichender Verpflegung und Versorgung bis zu 12 Stunden am Tag schwere körperliche Arbeit leisten.

Von der grausamen Vergangenheit dieses Ortes bewegt, entwickelte sich der Wunsch, eine Exkursion in die Gedenkstätte Breitenau zu unternehmen. Als Vorbereitung lasen wir im Unterricht ein Buch über Lilli Jahn, eine jüdische Ärztin aus Immenhausen, die damals von den Nazis ins AEL verschleppt und später in Auschwitz ermordet wurde.

Am 7. Juli 2021 machten wir uns mit dem Zug auf den Weg nach Guxhagen. Bei einer Führung durch die Gedenkstätte erfuhren wir, dass Hunger, Folter und Demütigung damals zum Alltag der Häftlinge gehörten. Obwohl an diesem Tag draußen sommerliche Temperaturen herrschten, ließ uns die Kälte und Dunkelheit in den ehemaligen Duschräumen und Zellen erschaudern.

Im Anschluss an die Führung versuchten wir, unsere Gedanken und Eindrücke zu diesem Ort festzuhalten:

„Es ist schon komisch, hier in der Kirche zu sitzen und zu wissen, dass gegenüber mal Menschen saßen, die im Arbeitslager gefangen waren. Vor allem, weil keiner was dagegen gemacht hat und die Menschen aus dem Ort jeden Tag in die Kirche gegangen sind und gesehen haben, wie es den Häftlingen geht oder ihre Schreie aus den Zellen gehört haben.“ (Isabel Wetter und Tessa Klaus)

„Dass früher Leute ganz normal in die Kirche gegangen sind und mit Häftlingen in einem Saal saßen, erschreckt mich. Ich meine, jeder konnte die Umstände der Häftlinge sehen, wie dünn sie waren und trotzdem hat niemand was gesagt oder unternommen.“ (Emilia Peter)

Ann Christin Lafeld, Klassenlehrerin 10a